Geschichte

  • Die Rietzer Bevölkerung erwies sich schon früher als sehr tatkräftig und organisationsbewusst. Bereits kurz nach dem 2. Weltkrieg - im Jahre 1948 - kam es zur Gründung des Eis- und Schneesportvereins, dessen Führung dem Oberrechnungsrat Anton Zauner oblag. Das Wirkungsgebiet des Vereins umfasste nicht nur Wintersportarten, sondern auch den Fußballsport – gespielt wurde auf der „Tanner Aue“. Schon damals kam es zu ersten Derbys mit der Nachbargemeinde Stams. Der Vereinsführung des Eis- und Schneesportvereins hat allerdings der Fußballbetrieb nie richtig ins Konzept gepasst und so stellten die ballverliebten Mitglieder einen eigenen, unabhängigen Verein auf die Füße. Die Gründung des Sportklub Rietz fällt in das Jahr 1950. Rietz hatte somit einen der ersten angemeldeten Fußballvereine des Tiroler Oberlandes. Willi Krug, zwischenzeitlich leider schon verstorben, wurde im Gasthof Traube zum ersten Obmann des SK Rietz gewählt. Um für das erste Meisterschaftsjahr 1951/1952 gut gerüstet zu sein, verstärkten sich die Rietzer Fußballpioniere mit wertvollen Spielern aus Stams und Mieming und verpflichteten den erfahrenen „Fußballhasen“ Lamm, seines Zeichens ehemaliger Aktiver der berühmten „Weißen Elf“ des SV Ötztal. Noch vor Meisterschaftsbeginn hatte der SK Rietz ein ehrenvolles Auftreten. Mit großer Freude und Begeisterung wurde die Einladung zu den UNION-Bundessportwettspielen in Wien angenommen. Rietz war als einziger Vertreter Tirols zu diesem großen Sportspektakel geladen. Diese eine Woche in der Bundeshauptstadt wurde für die Spieler zu einem unvergesslichen Erlebnis. Das erste Meisterschaftsjahr in der 1. Gruppe Oberland verlief durchaus zufriedenstellend. Gegen die Mannschaften aus Silz, Telfs, Vils oder Reutte konnte der SK Rietz meist gute Figur machen. Für den regulären Spielbetrieb benötigte man natürlich ein geeignetes Spielfeld und eine Fußballdress. Finanzielle Mittel waren zu jener Zeit so gut wie keine vorhanden, doch die Rietzer Spieler und Funktionäre schafften es auf irgendeine Weise immer, die notwendigsten Investitionen zu tätigen. „Hilf du mir – so helf ich dir“ - nach diesem Motto wurde in Rietz vorgegangen. Die heimische Feuerwehr hatte zu wenig Leute - und daher schlüpften eben die Spieler des Sportklubs in die Kluft der Wehr und prompt stellte die Gemeinde den ersten Fußballplatz zur Verfügung. Durch viele Eigenregiestunden war die Anlage schon nach kurzer Bauzeit benutzbar. Aus einem Holzverkauf wurde die erste Dress finanziert, die Gemeinde stellte das Holz zur Verfügung - geschlagen und verkauft wurde es vom Sportklub. Einiges Aufsehen und viel Bewunderung erregten die ersten richtigen Fußballschuhe - „da muss man aber einen - Schuss drauf haben“ - war die einhellige Meinung der Rietzer Spieler. Die Reisen zu den Auswärtsspielen wurde mit den verschiedensten Vehikeln angetreten, ob mit einem alten Lieferwagen der FF oder mit dem Postbus, irgendwie schaffte es der Sportklub immer, rechtzeitig am Spielort zu erscheinen. 1958 erfolgte der Bau der Kabinen. Auf sportlicher Ebene änderte sich wenig, der SK Rietz spielte in der Liga zwar immer eine gute Rolle, für den Aufstieg war die Spielstärke allerdings noch nicht ausreichend. Als erster auswärtiger, profilierter Trainer der Saison 1963/64 fungierte ein Mann, Träger eines berühmten Namens, Roman Schramseis, Sohn des Wunderteamkickers aus Wien. Zuvor selbst als Fußballprofi beim italienischen Erstligisten Udine und dann bei Wacker Innsbruck tätig, führte er mit seinem großen Können und viel Routine die Rietzer als Spielertrainer zum ersten großen sportlichen Erfolg. Als treuer und verlässlicher Spieler galt der Legionär Hermann Schneider aus Mieming, der dem Sportklub über 15 Jahre die Treue hielt. Von diesen Vorbildern angespornt, wurde der Fußball in Rietz zunehmend schlagkräftiger. Im ersten Jahr der Gebietsligazugehörigkeit übernahm man nach Überraschungssiegen über Veldidena und dem IAC sogar kurz die Tabellenführung. Nach Ende der Saison 1966/67 hieß es wieder absteigen, fünf lange Jahre kämpften die Mannen von Obmann Anton Plattner um den heißersehnten Wiederaufstieg. Aufgrund der Installierung einer dritten Gebietsliga genügte dem SK Rietz 1972 ein zweiter Platz hinter Vils zum Aufstieg. Es folgte eines der erfolgreichsten Jahre im Bestehen des SK Rietz. Mit viel Einsatz, Spielfreude und Unterstützung durch die Anhängerschaft erreicht die Elf den sehr guten 5. Gesamtplatz der Gebietsliga West. Vielleicht war den Fußballern der neue Sportplatz Anreiz zum Erbringen dieser ansehnlichen Leistung. Der Baubeginn der neuen Anlage erfolgte 1970 und dauerte bis zum Sommer 1972. In dieser Zeit musste der SK Rietz mit 3 Mannschaften seine Heimspiele in Mötz austragen. Für die Finanzierung dieser neuen Anlage wurden Gemeinde-, TFV-, UNION- und Landesmittel in Anspruch genommen. Am 13. August 1972 erfolgte die Einweihung des neuen Sportplatzes. Josef Seiser löste 1975 den Obmann Anton Plattner, der zehn Jahre die Geschicke des Vereins leitete, ab. Im Jahr 1977 übernahm Alfred Kranebitter die Leitung des Vereins und hatte diese bis Ende 1983 inne. Ab diesem Zeitpunkt übernahm Ing. Andreas Prantl bis Jänner 1989 die Führung des Sportklubs und übergab dann an Hans Plattner, der bis November 1992 als Obmann fungierte und dann von Arno Chizzali abgelöst wurde. Seit November 1993 leitet Ing. Engelbert Leiter die Geschicke des SK Rietz. Die Rietzer Fußballer kämpften seit Herbst 1975 - es folgte der Abstieg aus der Gebietsliga - vehement um den Wiederaufstieg. Die Mannschaft zählte fast alle Jahre zu den Titelfavoriten und tatsächlich wurden zahlreiche Spitzenplätze herausgespielt, doch zum Meister reichte es leider nie ganz. Auch für die Saison 1982/83 hatte man sich einiges vorgenommen.
  • In den Vorbereitungsspielen zeigten die Spieler ausgezeichnete Leistungen und man schien für den Meisterschaftsstart gerüstet. Noch dazu hatte man mit Trainer Artur Eder (ehemals Trainer beim SK Rum) einen allseits anerkannten Experten geholt. Bereits im ersten Jahr seiner Trainertätigkeit in Rietz fuhr Eder mit der Kampfmannschaft den Meistertitel in der 1. Klasse West ein und somit den langersehnten Aufstieg in die Gebietsliga West. Gleichzeitig schaffte auch die Schülermannschaft im Spieljahr 1982/83 unter Trainer Bernhard Leiter den Meistertitel in der Schülergruppe 7. Somit konnte in diesem Spieljahr einer der größten sportlichen Erfolge des SK Rietz erzielt werden. Im Herbst 1983 begann die Gemeinde Rietz mit dem Bau der neuen Sportanlage , da der alte Platz der Autobahn weichen musste. Nur durch tatkräftige Unterstützung des Sportklubs, die Mitglieder leisteten über 5000 freiwillige Arbeitsstunden, konnte diese schöne Sportanlage, ein Rasenplatz, ein Hartplatz und ein neues Klubgebäude errichtet werden. Am 14. und 15. Juli 1984 erfolgte die feierliche Einweihung der neuen Sportstätte. Im Juli 1985 absolvierte die österreichische Olympiamannschaft mit dem Trainerduo Branko Elsner und Gustl Starek ein einwöchiges Trainingslager in Rietz. Den bisher wohl größten Erfolg in der Vereinsgeschichte erreichte die Kampfmannschaft unter Spielertrainer Hugo Platzer mit dem Gewinn des Tiroler Cups (Anton Nöhrer-Cup) im Meisterschaftsjahr 1988/89. Der Finalgegner, der Tirolerligaverein Ebbs, wurde im Elfmeterschießen bezwungen. Dieser Sieg ermöglichte auch die Teilnahme am ÖFB-Cup. In der Saison 1993/94 erfolgte dann leider der Abstieg von der Gebietsliga in die 1. Klasse West. Doch die Spieler ließen die Köpfe nicht hängen und schafften unter Trainer Peter Sandbichler den sofortigen Wiederaufstieg in die Gebietsliga West. Die Saison 1994/95 war auch ein Erfolgsjahr für den Nachwuchs. Die U-12 Mannschaft wurde nicht nur Meister der Gruppe 7, sondern auch Gesamt-Tiroler-Knabenmeister unter den Trainern Walter Schöpf und Walter Kranebitter. Durch die intensive Nachwuchsarbeit mit engagierten Trainern konnte in den folgenden Jahren zahlreiche Meistertitel errungen werden - Meistertitel U8 im Jahr 1995/96 sowie U10 Meister im Jahr 1997/98 unter den Trainern Karl-Heinz Haselwanter und Rudi Subic. 1996/97 Meister U12 sowie 1998/99 Meister U14 mit dem Trainerduo Klaus Seiser und Rudolf Mungenast. Für die Kampfmannschaft lief es leider nicht so gut, denn in der Saison 1997/98 erfolgte der neuerliche Abstieg in die 1. Klasse West. Im Frühjahr 1999 entschloss sich die Gemeinde den Hartplatz zu begrünen, sodass ab Herbst 2000 zwei Rasenplätze für den Spielbetrieb zur Verfügung standen. Der Umbau wurde von der Gemeinde und durch Förderungen seitens des Landes Tirol und der UNION finanziert. Wiederum leistete der RSK zahlreiche freiwillige Arbeitsstunden. An der Meisterschaft des TFV nahmen 1999/2000 insgesamt 4 Mannschaften des Sportklubs teil. Die „Ausbeute“ konnte sich sehen lassen, die U16 unter Klaus Seiser und Rudolf Mungenast sowie die U12 unter Walter Schöpf und Rudi Subic konnten den Meisertitel in ihren Gruppen erringen. Die Kampfmannschaft konnte in der 1. Klasse West unter Werner Perkhofer den Vizemeistertitel erringen. Für das Spieljahr 2000/2001 wurde Werner Fauland aus Telfs als Trainer für die Kampfmannschaft verpflichtet. Von wiederum 4 Mannschaften konnten nur die U-12 überzeugen, die mit 13 Punkten Vorsprung souveräner Meister in ihrer Klasse wurde. Die Kampfmannschaft belegte in dieser Saison den 5. Tabellenplatz. Die Meisterschaft 2001/2002 wurde erstmals mit 5 Mannschaften gespielt, wobei die U-14 in der Leistungsgruppe antrat. Trainer Werner Fauland stellte nach der Herbstmeisterschaft seinen Trainerposten zu Verfügung. Das Traineramt übernahm ab diesem Zeitpunkt der langjährige Tormann der Kampfmannschaft Werner Perkhofer. In dieser Saison wurde die U12 Mannschaft punktegleich aber mit weitaus besserem Torverhältnis vor der Mannschaft aus Sölden Meister in ihrer Gruppe. Die Kampfmannschaft schaffte knapp den Aufstieg nicht und wurde „nur“ Dritter. Im Meisterschaftsjahr 2002/2003 musste die Kampfmannschaft erstmals seit Bestehen des Vereins in der 1. Klasse Mitte antreten. Wie sich aber am Ende der Meisterschaft herausstellte, erwies sich dies für unsere Mannschaft als kein Nachteil. Das alles entscheidende letzte Spiel wurde mit 3:0 gegen den unmittelbaren Aufstiegsaspiranten Sellrain gewonnen. Durch diesen Sieg wurde man Vizemeister hinter Völs und schaffte den langersehnten Aufstieg in die Gebietsliga West. Im Spieljahr 2003/2004 konnte mit der U15 der Meistertitel in überzeugender Manier (13 Punkte Vorsprung) unter den Trainern Walter Schöpf und Heinrich Trixl errungen werden. Die absolute Sensation schaffte aber die Kampfmannschaft. Nach dem Aufstieg im vorhergehenden Jahr wurden die Spieler um Trainer Werner Perkhofer abermals Vizemeister hinter Völs und schafften somit den „Durchmarsch“ in die Landesliga West!.Nach Erreichen der Landesliga wusste jeder, dass es ein schwieriges erstes Jahr in der Landesliga werden würde. Am Ende der Meisterschaft landete die Kampfmannschaft auf dem 12. Platz und entging dem Abstieg nur knapp. Wie in den beiden vorangegangenen Jahren fiel die Entscheidung abermals im letzten Spiel. Im Jahr 2003 hat der Gemeinderat den Beschluss gefasst, das Kabinengebäude umzubauen. Baubeginn war 2004. Am 24. April 2005 wurde das neue Sportzentrum - Sportklub, Schützenheim, Schießstand und unterirdischer Schießstand - feierlich im Beisein von Polit- und Sportprominenz seiner Bestimmung übergeben.